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Leggings

"Die größte Modesünde aller Zeiten" - "einfach cool, bequem und sexy"
Selten hat ein Modetrend so unterschiedliche Reaktionen hervorgerufen wie die Leggings.
Dabei ist sie nach dem ersten Erscheinen in den 80er/90er Jahren ja seit spätestens 2010 bereits zum zweiten Mal Modethema.
Im Zusammenhang mit Leggings taucht unweigerlich auch der Begriff "Lycra" auf. Hierzu eine Erklärung:
Lycra® ist ein geschützter Markenname der Firma Invista (früher: Du Pont). Es handelt sich um eine elastische Faser, welche in einer Vielzahl von Kleidungsstücken eingesetzt wird. Ähnliche Fasern gibt es auch von anderen Herstellern, die Bezeichnung "Elasthan" ist ein Sammelbegriff dafür. Darüber hinaus ist der Begriff "Lycra" aber auch für eine bestimmte Art hochglänzender elastischer Stoffe verbreitet, aus welchen unter anderem die glänzenden Leggings in den 80er/90er Jahren hergestellt wurden. Diese Stoffe bestehen aus einem Fasergemisch von etwa 80% Polyamid und 20% Elasthan-Faser.
Im englischen Sprachraum wird meist der Begriff "Spandex" benutzt. Dies ist eigentlich eine Bezeichnung für elastische Fasern (Elasthan) wird aber häufiger für "Lycra-Stoffe" (also aus ca. 80% Polyamid und 20% Elasthan) benutzt.

Die erste Leggings-Welle 1985..1995

Glanz-Leggings schwarz 90er
Glanz-Leggings in schwarz
Capri-Leggings schwarz Baumwolle 90er
Baumwoll-Leggings in Capri-Länge
Glanz-Leggings im Sport 90er
Glanz-Leggings im Sport
Bunte Glanzleggings im Sport 90er
Bunte Glanz-Leggings (Sportoutfit)
Zum ersten Mal erschienen Leggings etwa Mitte der 80er Jahre als Modehit auf der Straße. Die 80er Jahre waren unter anderem die Zeit der knallengen Stretchjeans bzw. Disco-Jeans, getragen vor allem von jungen Leuten, übrigens auch von Männern. Man kann wohl die Leggings als Mode-Erscheinung im Sinne einer Fortsetzung von immer noch hautenger sehen. Einen Höhepunkt erlebte die Leggings-Mode etwas Anfang der 90er Jahre. Zu der Zeit waren sie DIE Standard-Kleidung von jungen (und auch weniger jungen) Frauen, auf der Straße, beim Sport und in der Disco. Der Trend endete dann ziemlich plötzlich Mitte der 90er Jahre, als die Hosenmode schnell immer weiter wurden und es zu einem Comeback der 70er Jahre Schlaghosen kam.
In dieser Zeit wurden vor allem zwei völlig unterschiedliche Materialien für Leggings verwendet:
-- Matte Leggings aus einem Gemisch von ca. 95% Baumwolle und 5% Elasthan
-- Glänzende Leggings aus ca. 80% Polyamid und 20% Elasthan (Mitunter als "Lycra"-Leggings bezeichnet.)
Darüber hinaus gab es noch Leggings aus "Nickistoff", Samt und Rippmaterialien, ebenso eine Mischung aus Stretchjeans und Leggings, bestehend aus stark dehnbarem Denim-Stoff in Leggingsform. (Also ohne Taschen oder Reißverschluss). Hinzu kamen diverse Mischformen aus Stretchhose und Leggings. - Alle diese speziellen Stoffe und Sonderformen hatten jedoch nur eine geringe Bedeutung im Vergleich zu den üblichen Glanz- und Baumwoll-Leggings.
Die häufigste Farbe der Leggings in den 80er/90er Jahren war schwarz und im Alltag wurden mehr Baumwoll-Leggings als Glanz-Leggings getragen. Allerdings gab es beide Arten von Leggings in praktisch allen denkbaren Unifarben sowie die Glanzleggings auch in sehr auffälligen Neonfarben sowie in unterschiedlichsten Mustern.
Während für Alltagskleidung eher dezente Farben bevorzugt wurden, neben schwarz vor allem grau, dunkelblau und braun konnte es im Sport fast nicht bunt genug sein. Glanzleggings waren zusammen mit Gymnastikanzügen, Tops und Einteilern aus demselben Material die angesagte Kleidung im Fitnessstudio, bei Aerobic, beim Joggen, beim Sportklettern und anderen Sportarten. (Als Hose fürs Joggen und Klettern waren Leggings zu dieser Zeit auch bei Männern völlig üblich.)
Neben den knöchellangen Leggings gab es zeitgleich auch 3/4-lange Caprihosen und die sogenannten Radlerhosen. Letztere in der Länge von normalen Fahrradhosen, aber ohne Polster und anderer spezieller Ausstattung. Außerdem gab es auch Leggings mit zusätzlichem Fußsteg, ähnlich der klassischen Gymnastikhose aus den 70er/80er Jahren. All diese anderen Längen wurden in denselben Materialien und Farben/Muster angeboten wie die Leggings.

Die Zeit dazwischen

Mit dem Schlaghosen-Revival und Schlabber-Look verschwanden die Leggings Mitte der 90er Jahre sehr schnell aus der Mode und aus dem Angebot der Modegeschäfte. Nur als Sportbekleidung konnten sich Glanzleggings über längere Zeit halten. Beim Joggen wurden sie schnell von anderen Materialien (atmungsaktive Polyester-Mischungen) abgelöst, in der speziellen Fahrradhosen-Ausführung überlebten sie allerdings ebenso wie als Bekleidung beim Voltigieren und in einigen wenigen anderen Sport- bzw. Tanzdisziplinen.

Revival der Leggings ab 2008

Leggings im Reptil-Look 2010
Leggings im Reptil-Look, ca. 2010
Jeggings 2010
Jeggings ca. 2010
Metallic Leggings silber 2010
Metallic Leggings silber 2010
Leggings Space-Druck 2013
Leggings mit Space-Druck 2013
Mitte des ersten Jahrzehntes im neuen Jahrtausend wurden die Hosen wieder deutlich enger und in fast logischer Konsequenz gab es die ersten Revival-Versuche für die Leggings. Anfangs noch sehr zaghaft und von den Kundinnen kaum akzeptiert. Aber spätestens 2010 war ein neuer Leggings-Trend nicht mehr zu übersehen. Im Vergleich zu 20 Jahren früher waren und sind "echte" Leggings - jedenfalls in Deutschland - nicht ganz so weit verbreitet. Dafür sind Mischformen wie Jeggings/Treggings (siehe unten) fast schon ein Muss in der Jungen Mode.
Insgesamt ist die Bandbreite der Materialien und Formen an Leggings und Verwandten diesmal aber wesentlich größer bzw. "unübersichtlicher".
Praktisch keine Bedeutung mehr in der Alltagsmode konnte aber die klassische Glanzleggings erreichen. Auch die "Radlerhose" hat bis jetzt keine Renaissance erlebt. - Dies gilt zumindest in Deutschland, andere Länder kann ich nicht beurteilen, angeboten werden solche Leggings nämlich dort durchaus, in USA zum Beispiel bei American Apparel
Neben Baumwoll-Leggings sind es vor allem verschiedene Fasermischungen aus Baumwolle, Polyester und teilweise auch Polyamid (immer mit Elasthan-Fasern kombiniert natürlich), welche die aktuelle Leggings bestimmen. Die weit überwiegende Farbe ist schwarz, die Oberflächen reichen von völlig matt über leicht glänzend bis zu metallisch hochglänzend. Letztere werden auch in verschiedensten knalligen Farben einschließlich silber angeboten, wobei diese maximal als gewagte Partykleidung zu finden sind.
Um 2010 herum waren erstmals etwa 2 Jahre lang stark glänzende Leggings bzw. welche in einer Art Leder-Look in Mode, diese waren oft mit PU beschichtet, wodurch der Oberflächeneffekt erreicht wurde. Durch diese Beschichtung litt allerdings der Tragekomfort, da man darin ziemlich schwitzte. Vermutlich deshalb konnte sich diese Variante nicht lange halten.
Nach einer kurzen Pause wurden hoch glänzende Leggings 2013 wieder beliebter, diesmal wurde der Glanzeffekt aber meist durch andere Beschichtungen erreicht, was dem Tragekomfort zugute kommt. Es gibt sie in eher dezentem "Lederlook", in hochglänzender "Metallic"-Ausführung und in verschiedensten "Reptilmuster"-Varianten. Auch Mischungen wie z.B. Vorderseite Lederlook und Rückseite matter Stoff sind verbreitet.
In den Jahren 2012 und 2013 erlangten bedruckte Leggings eine gewisse Verbreitung, vor allem sogenannte Space-Drucke wurden beliebt. Derart bedruckte Leggings gab es schon seit einigen Jahren von BlackMilk, ab 2012 wurden solche Leggings aber auch anderweitig (und günstiger) angeboten, derzeit findet man sie hauptsächlich noch auf Amazon oder eBay.
Der wohl wichtigste Trend in den letzten 10 Jahren sind aber wohl die Jeggings bzw. Treggings. Wie der Name andeutet, handelt es sich dabei um ein Zwischending zwischen Leggings und Stretchjeans bzw. Stretchhose. Es gibt sie aus unterschiedlichen Stoffen, manche eher wie eine Legging, andere bestehen aus dünnem Stretch Denim, meist ohne Reißverschluss aber teilweise mit Taschen und natürlich jeanstypischen Nähten.
Eine klare Abtrennung zwischen Leggings - Jeggings/Treggings - Stretchjeans/Stretchhose gibt es nicht. Manchmal werden auch ganz "normale" hauteng geschnittene Jeans als Jeggings angeboten.
Insgesamt ist die aktuelle Mode in diesem Bereich jedenfalls sehr vielfältig und es gibt alle nur denkbaren Variationen und Zwischenformen.
Auf der anderen Seite ist die Abgrenzung zwischen Leggings und Strumpfhosen teilweise schwierig geworden. "Strumpfhosen" ohne Fuß aus festerem Material werden manchmal auch als Leggings bezeichnet, auch wenn sie eigentlich deutlich dünner sind als das, was man üblicherweise als Leggings bezeichnet. Auch die Machart (Nähte usw.) unterscheidet sich zum Teil, die Übergänge sind aber auch hier fließend.
Generell sollte eine Leggings (im Gegensatz zu Strumpfhosen mit oder ohne Fuß) auch solo getragen werden können, also ohne Shorts, Rock, Kleid oder langes Shirt darüber.

Stand 2017 und Ausblick

Im Augenblick haben Leggings, Jeggings, Treggings bzw. sehr enge Jeans und Hosen eine sehr weite Verbreitung. Leggings sind bei allen Modeversendern nach wie vor in gewisser Auswahl lieferbar. Allerdings hat sich die Vielfalt an Modellen in den letzten Jahren sehr reduziert, zumindest bei den größeren Versendern. Schwarze Leggings in matt oder glanz in allen Varianten dominieren, besonders auffällige Stücke findet man nur noch im Amazon Marketplace, auf eBay oder in ausländischen Shops. Bemerkenswert ist allerdings, dass seit Jahren schwarze Leggings mit starken Glanz ("Leder-Look" usw.) wieder gehäuft zu sehen sind, sowohl in den Shops als auch auf der Straße.
Meine persönliche Hoffnung ist, dass es nicht wieder zu einem radikalen Modewechsel wie Mitte der 90er Jahre kommen wird. Vielmehr wäre es doch schön, wenn die Mode auch mal ganz unterschiedliche Wünsche und Stile zulässt, so dass sich jede Frau nach ihrem Geschmack kleiden kann, ohne deswegen völlig "out" zu sein bzw. um überhaupt entsprechende Kleidung kaufen zu können. - Wir werden sehen, ich werde an dieser Stelle jedenfalls die weitere Entwicklung beschreiben.

Bezugsquellen

Derzeit sind nur die üblichen Arten von Leggings und Jeggings in Deutschland in fast allen Geschäften für Junge Mode sowie in den üblichen Versandhäusern noch in reicher Auswahl zu bekommen. Hochwertige und zugleich ausgefallene Stücke sind allerdings zunehmend schwer zu bekommen. Ich möchte im Folgenden daher noch einige wenige Lieferanten für etwas ausgefallenere Stücke nennen:
BlackMilk (bedruckte Leggings in vielen Variationen, "das Original", sehr teuer, Australien)
Strait and Strong (bedruckte Leggings in exotischem Design, Deutschland)
Public Beta Wear (Bedruckte Leggings mit UV Reflexion, Ungarn)
GearBunch (Bedruckte Leggings aus USA, teuer)
chamaeleonstyle (Anbieter von Sportkleidung, eher hochpreisige Leggings in guter Qualität)